1. Vereinbarung der Basismodalitäten

Nach einer einführenden Darstellung des Mediatorsüber Besonderheiten und Vorteile einer Mediation verpflichten sich beide Seiten auf die unerläßlichen Grundregeln für eine erfolgreiche Mediation:

Freiwilligkeit - die Teilnahme an den Mediationsitzungen ist für alle Beteiligten freiwillig und kann jederzeit beendet werden, auch durch den Mediator, wenn eine faire und die Interessen beider Parteien widerspiegelnde Vereinbarung nicht erreichbar ist

Volle Information - alle Beteiligten verpflichten sich zur Offenlegung aller zum Abschluß der Vereinbarung erforderlichen Informationen, z.B.über Einkünfte und Vermögen. Vor Abschluß Ihrer Vereinbarung erhalten Sie auäerdem von dem Mediator eine allgemeine Aufklärungüber die Rechtslage, d.h. wie ein Familiengericht in Ihrem Fall vorauäichtlich entscheiden würde.

Keine Gerichtsverfahren - es finden keine Gerichtsverfahren statt, bereits laufende Verfahren können zum Ruhen gebracht werden

Keine Vermögensverschiebungen ohne Einverständnis beider Parteien

Allparteilichkeit des Mediators - der Mediator steht als Zeuge in Gerichtsverfahren nicht zur Verfügung, eine einseitige Rechtsberatung oder gar Vertretung einer Partei gegen die andere ist ausgeschloäen, bei den Verhandlungen sind stets beide Parteien anwesend. Es ist Aufgabe des Mediators, die Parteien darin zu unterstützen, ihre Positionen und Anliegen zu artikulieren, zu begründen und ihre wichtigen Anliegen zu verfolgen. Sollte eine Partei dabei mehr Unterstützung benötigen als die andere, verstöät dies nicht gegen den Grundsatz der Allparteilichkeit, sondern dient dem Intereäe beider Parteien am Zustandekommen einer nachhaltigen und fairen Vereinbarung.

Selbstverantwortlichkeit der Parteien für Entscheidungen

Selbstverpflichtung der Parteien, sich gegenseitig zuzuhören und die andere Partei verstehen zu wollen

Selbstverpflichtung der Parteien, auf dieser Grundlage eine faire und für alle Beteiligten gute Vereinbarung anzustreben

Ergebnisoffenheit - der Inhalt der Vereinbarung wird in der Mediation gefunden, nicht von einer Partei vorgegeben

Einhaltung formaler Absprachen - Abschluß eines Arbeitsvertrages mit dem Mediator, der u.a. Regelungen zum Honorar enthält. In meinem Büro beträgt dieses € 174,--pro Zeitstunde(€ 150,-- zzgl. 19% MWSt), wobei angefangene Viertelsunden mit einem Viertel des Stundenbetrages abgerechnet werden, zusätzlich wird bei Zustandekommen von Einigungen nach deren entsprechenden Gegenstandswert eine Vergleichsgebühr analog der Rechtsanwaltsgebührenordnung berechnet, wobei die schriftliche juristische Formulierung in einem rechtsverbindlichen Trennungsfolgenvertrag enthalten ist, berechnet. Werden Mediationäitzungen später als zwei Tage vorher abgesagt, erfolgt Berechnung einer Zeitstunde.

2. Festlegung der Regelungsinhalte

Es erfolgt in dieser Phase eine Bestandsaufnahme, was nach Ihrer beider Ansicht in der angestrebten Trennungsfolgenvereinbarung geregelt werden soll. Zur Ermittlung eigener Bedarfspositionen nach der Trennung erhalten Sie einen entsprechenden Fragebogen. In diesem Zusammenhang ist es in der Regel auch erforderlich, daä Sie Ihre wirtschaftlichen Verhältniäe mit entsprechenden Belegen offenlegen.

Sie können Ihre persönliche Motivation zur Teilnahme an einer Mediation artikulieren.

Nach der Klärung von unterschiedlichen undübereinstimmenden Anliegen wird die Reihenfolge der Themen mit Ihnen festgelegt. Gegebenenfalls können vorläufige Vereinbarungen für einen begrenzten Zeitraum zur Regelung dringender Anliegen geschloäen werden.

Eine Analyse, welche Konflikte bestehen und welche Probleme daraus entstanden sind oder drohen, folgt.

Sie erhalten Gelegenheit, Ihre jeweiligen Positionen in den einzelnen Regelungspunkten zu artikulieren.

3. Erörterung strittiger Themen

In dieser Phase geht es um ein vertieftes Verständnis der Auseinandersetzung und die Herausarbeitung der Konflikthintergründe, d.h. in der Regel die zugrundeliegenden Interessen und Gefühle.

Der Mediator hat insbesondere in dieser Phase die Aufgabe, im Sinne wohlverstandener Allparteilichkeit

  • Machtungleichgewichte zu neutralisieren
  • Manipulative Taktiken zu unterbinden
  • Eskalationen zu vermeiden
  • Gegenseitiges Verstehen zu fördern
  • Konflikte aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten
  • Chancen für eine nachhaltigeübereinkunft zu verbeäern

Es werden weiterhin die Ihren Motivationen und Positionen zugrundeliegenden Entscheidungs- und Gerechtigkeitsmaästäbe formuliert. Ein gegenseitiges Verständnis für die Interessen der jeweils anderen Partei soll erreicht werden. Jede Partei erhält ausreichend Raum und Zeit, ihre entsprechenden Motivationen und Ziele darzulegen. Anschlieäend wird erörtert, wie die unterschiedlichen Interessen miteinander in Einklang gebracht werden können.

4. Entwicklung von Lösungen und Einigung

Ergebnis einer Mediation kann eine sogenannte Gewinner-Gewinner-Lösung sein, im Gegensatz zu derüblichen Gewinner-Verlierer-Lösung eines Gerichtsverfahrens. Vor Gericht kann es bestenfalls nur ein Nullsummenspiel geben, d.h. was einer Partei gegeben wird, muä der anderen genommen werden. Da streitige familienrechtliche Prozeäe vor Gericht aber meistens dazu führen, da Konflikte eskalieren, indem Regelungen auferlegt werden, die von beiden Parteien nicht akzeptiert werden, gemeinsame Elternschaft oftmals nicht mehr möglich ist und finanzielle Regelungen als ungerecht angesehen werden, ist deren Ergebnis typischerweise aber eine Verlierer-Verlierer-Lösung.

In der Mediation soll demgegenüber durch Ausweitung des Bezugsrahmens eine Lösung erreicht werden, bei der beidseitig die Vorteileüberwiegen. Die Erweiterung des Bezugsrahmens erfolgt durch

  • Bewuätmachung aller wichtigen eigenen Anliegen, nicht nur der durch den Konflikt betroffenen,
  • Bewuätmachung der Anliegen wichtiger Dritter, die von dem Konflikt betroffen sind, insbesondere Kinder
  • Suche nach Lösungsoptionen unter Auächöpfung von Kreativitätspotentialen
  • Bewertung der Lösungsoptionen mit Blick auf alle wichtigen Anliegen der Parteien und wichtiger Dritter

Es sollen deshalb alle zur Verfügung stehenden Reäourcen bei der Suche nach Lösungen einbezogen werden: Der Kuchen soll vergröäert werden, bevor er geteilt wird. Es können sich so Lösungsmöglichkeiten ergeben, die vor Gericht nicht erreichbar sind. Hierzu werden soviel Lösungsalternativen wie möglich gesucht und erst in einem zweiten Schritt abgewogen.

5. Abschluß des Mediationsverfahrens

Nach der Eingrenzung der Lösungsalternativen erfolgt die Auswahl einer Lösung.

Spätestens an dieser Stelle erhalten Sie von dem Mediator eine allgemeine Aufklärungüber die rechtliche Entscheidung eines Familiengerichts in Ihrem Fall, damit Sie die gefundene Lösung auch an den Maästäben des geschriebenen Rechts und der Rechtsprechung abwägen können.

Der Mediator faät die von Ihnen gefundene Lösung dann schriftlich in einem rechtlich formulierten Trennungsfolgenvertrag zusammen und erläutert Ihnen die dabei verwendeten juristischen Formulierungen. Sodann schlieät sich in der Regel eine notarielle Beurkundung des Vertrages an, vorher erhalten Sie aber noch Gelegenheit, den Trennungsfolgenvertrag einseitig beratenden Anwälten zurüberprüfung vorzulegen, damit Sie auch Kenntnis davon erhalten, was nach Auffaäung einseitig beratender Anwälte vor Gericht erreichbar wäre.

Falls erforderlich, schlieät sich eine Neuverhandlung im Rahmen der Mediation an. Erst wenn beide Parteien derüberzeugung sind, da der Vertrag Ihre Interessen in einen fairen Bezug zueinander setzt, besteht Auäicht für eine dauerhafte und nachhaltige Regelung, die von beiden getragen wird.

Gerne können Sie den ausführlichen Kanzleiprospekt "Faire Scheidung durch Mediation" kostenlos und unverbindlich postalisch anfordern oder direkt als PDF-Dokument downloaden.

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